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"Das Gehirn ist ein fauler Sack"
Effektives Lernen – Tag des Merkens mit dem Merkmeister
Lerntrainer Ralf Hofmann, der selbsternannte „Merkmeister“, besuchte die Schüler/innen und Schüler der Grund - und Mittelschule Stamsried-Pösing um ihnen am "Tag des Merkens“ viel Wissenswertes rund ums Lernen und Merken zu vermitteln. Der gelernte Diplomkaufmann und selbstständige Unternehmensberater aus dem unterfränkischen Niedernberg arbeitete am Vormittag zunächst altersspezifisch mit den Schulklassen und lud am Abend zum Elternabend. Wie groß das Interesse an der Thematik gutes Gedächtnis“ und „Merken“ verbunden mit dem Wunsch, den eigenen Kindern bei der schulischen Lernarbeit besser zur Seite stehen zu können ist, zeigte sich im riesigen Besucherandrang. Schulleiter Kurt Breu war beeindruckt von der großen Resonanz und bedankte sich bei den Eltern und dem Lehrerkollegium für ihr zahlreiches Erscheinen.

Ralf Hofmann beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema „Lernstrategien und Gedächtnistraining“ und verstand es Kinder und Erwachsene gleichermaßen für seine praktischen Tipps rund ums Denken und Merken zu begeistern. "Das Gehirn ist ein fauler Sack", erklärte Hofmann, "das äußerst ungern Informationen aufnimmt, wenn sie nicht interessant, spannend oder lustig sind." Das heißt je mehr Spaß Lernen macht, umso erfolgreicher ist es.
Mit viel Humor und Witz verwickelte der Merkmeister seine Zuhörer in Gedankenspiele, die der Faulheit des Gehirns entgegenwirken. Dass das Gehirn der Männer größer als das der Frauen ist, freute zunächst nur einen Teil der Zuhörer. Dass das weibliche Gehirn dafür wesentlich schneller arbeitet, erzeugte beim anderen Teil eine gewisse Schadenfreude, zumal der Unterschied vergleichbar ist, mit dem eines Dreirads zu einem Fahrrad. Letztendlich vermögen aber beide Gehirne gleichviel zu leisten.
Bedenklich dagegen stimmt wieder, dass der normale Mensch grundsätzlich rund 90 Prozent seiner möglichen Gehirnleistung nicht nutzt. Wieso? Weil das Gehirn so schnell wie beim Durchzappen des Fernsehprogramms die Informationsflut aussortiert. Außerdem lassen sich viele Kinder vom Fernsehen und Musikhören beim Lernen ablenken, was den Lernerfolg gegen Null drückt.
Wird dagegen beispielsweise eine wahllose Einkaufsliste mit einer Körperliste verknüpft, kann die Merkfähigkeit deutlich gesteigert werden, vor allem wenn dabei der Spaß nicht zu kurz kommt. Denn dass in Stamsried und Umgebung künftig die Kaffeebohnen auf dem Kopf und die Baguettes um den Hals getragen werden, scheint höchstens in Anbetracht der Faschingszeit nicht ganz abwegig. Die Eltern konnten mit dieser Methode allerdings problemlos über den gesamten Vortrag hinweg die eingangs zusammengestellte Einkaufsliste mit zehn Gegenständen wiedergeben. Der Gedächtnistrainer war dabei die ganze Zeit in Bewegung, bezog nach und nach alle seine Zuhörer mit ein und belohnte jede richtige Antwort mit Gummibärchen.
Eine andere Lernstrategie offenbarte sich in einer immer wiederkehrenden skurrilen Geschichte über ein Unwetter verbunden mit dem Besuch eines Monsters. Durch sie hatten nämlich die Eltern unwissentlich die zehn längsten Flüsse Deutschlands in der richtigen Reihenfolge nebenbei gelernt.
Bildergeschichten können verblüffende "Eselsbrücken" schaffen. "Wenn wir lernen, unser Lernen der Beschaffenheit des Gehirns anzupassen, geht es fast von alleine", lautete die lapidare Erklärung des Merkmeisters Ralf Hofmann. Dass weit mehr als die Hälfte des Wissens der Kinder nicht von der Schule, sondern vom Elternhaus vermittelt wird, war eine weitere wichtige Erkenntnis. Abschließend erhielt jeder Teilnehmer eine Urkunde für das erfolgreiche Bestehen des „Merkmeister“-Grundkurses, gemäß Hofmanns Devise: „Ein gutes Gedächtnis gibt Sicherheit und Selbstvertrauen.“
Dank und Lob sprach Rektor Kurt Breu dem Referenten für seinen kurzweiligen, humorvollen und informativen Vortrag aus. Fördervereinsvorsitzende Elisabeth Reisinger schloss sich dem Dank gern an und überreichte einen guten Tropfen. |