Nachmittagsbetreuung

Eine starke Gemeinschaft

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Nachmittagsbetreuung

 Wenn es in der Schule wie zu Hause schmeckt
 

Täglich frischer Mittagstisch in der Wolfgang-Spießl- Schule

Monika Weigl ein "Glücksfall"

 
Mittagszeit in der Wolfgang-Spießl Schule. Einladend stehen acht Teller mit mundgerecht geschnitten Gemüse auf der Arbeitsplatte in der Küche der Schulküche Wolfgang-Spießl Schule. Draußen im Vorraum sind die Tische schon liebevoll gedeckt, Karaffen mit frischen Wasser, Apfel- und Orangensaft stehen bereit.

  Mittag 1

Mittag 2

 

 

In der Küche wuselt Monika Weigl zwischen dampfenden Töpfen und weiß nicht so recht was sie der Pressefrau vor ihr eigentlich sagen soll. „ Ich koche für die Mädchen und Buben hier genauso wie ich für meine eigenen Kinder koche. So lege ich zum Beispiel daheim viel Wert auf frische Sachen, das ist mir auch hier wichtig.“ sagt sie und fügt hinzu: “Aber das ist doch eigentlich selbstverständlich.“ Eben nicht ! Eine Bertelsmann-Studie zeigte erst kürzlich gravierende Mängel beim Essen in Kitas und Schulen. Kinder essen außer Haus zu viel Fleisch und zu wenig Vitamine, kritisierte die Stiftung. Dass es auch anderes geht zeigt das Beispiel mit Köchin Monika Weigl an der Wolfgang-Spießl-Schule in Stamsried. Seit über einem Jahr kocht Sie von Montag bis Freitag jeden Tag frisch für die Schülerinnen und Schüler der 1. bis 6.Klasse. Die Zahl ihrer Esser variiert. Montag bis Donnerstag sind es bis zu zwanzig Kinder, am Freitag meistens um die zehn. 2,50 Euro kostet das Essen, alle Kosten die darüber liegen zahlt der Markt Stamsried. Monika Weigl ist schon länger in der Mittagsbetreuung der Stamsrieder Schule angestellt. Gemeinsam mit der ehemaligen Leiterin Angelika Alt habe sie festgestellt dass die vorherige Lösung, das Essen liefern zu lassen nicht ideal war. „ Nicht falsch verstehen, die gelieferten Menüs waren nicht schlecht, aber einfach nicht kindgerecht. Kinder sind eben keine kleinen Erwachsenen, sie sind Kinder." betont sie. „ Was hilft es uns wenn es einmal in der Woche Geschnetzeltes gibt, die Kinder aber kein Fleisch in der Soße wollen. Dadurch wurde leider viel weggeschmissen.“ So kam man auf die Idee selbst zu kochen und das frisch, jeden Tag. Eine bestens ausgestattete, moderne Schulküche mit hellem, freundlich eingerichtetem Essensraum stand idealweise zur Verfügung. Nun kommt Monika Weigl doch noch ins erzählen und zeigt ihren Speiseplan: Donnerstag Hähnchenkeule mit Kartoffelsalat oder Pommes, Nachtisch Fruchtspieß steht da zum Beispiel. Kartoffelsalat oder Pommes ? „Machen sie etwa zwei Beilagen?“ fragt die Pressefrau. „ Mei, wenn ein paar Kinder keinen Kartoffelsalat mögen, dann mache ich eben noch ein paar Pommes. Wenn es Gyros gibt weiß ich auch dass nicht alle Kinder Reis mögen, dann gibt es eben eine Alternative.“ erzählt sie. Einmal in der Woche gibt es eine Süßspeise, die kommt natürlich bestens an. Ansonsten wird versucht soviel wie möglich zu variieren und die Kinder mit in die Speiseplanungen einzubeziehen. Auch für Neues sind die Mädchen und Buben total aufnahmefähig. Die Gruppendynamik unter Kindern sei ganz hilfreich, wenn sie etwas vorgesetzt bekommen, dass sie nicht so mögen oder gar nicht kennen, lacht Frau Weigl. „ Wissen Sie, die Kinder schätzen es wirklich dass man für sie täglich frisch kocht.“ strahlt sie und fügt schon ein wenig stolz hinzu das der Satz „Moni, du bist die beste Köchin der Welt !“ für sie nicht nur das schönste Kompliment, sondern auch Bestätigung ist, das man in der Wolfgang-Spießl-Schule auf dem richtigen Weg ist. Übrigens: bei den regelmäßigen Kontrollen des Gesundheitsamtes gab es bisher noch nicht eine Beanstandung. „ Die sind immer sehr zufrieden mit der Hygiene.“ Mit Monika Weigl aus Pösing hat die Schule eine aus ihrer Sicht perfekte Köchin gefunden. Sie kocht gesund und abwechslungsreich, ist freundlich und kommunikativ und achtet auch auf die sozialen Kompetenzen. „Frau Weigl ist für uns ein Glücksfall “, fasst es Schulleiterin Christine Schreiner zusammen. Dann geht die Tür auf und mit einem fröhlichen „Hallo Moni“ kommen die Erst- bis Sechsklässler in die Küche. „ Moni ich habe null Fehler bei der Fahrradprüfung! Moni ich bin heute so k.o.! Moni ….“ plappern die Kinder munter durcheinander und jeder möchte sein Mitteilungsbedürfnis nach der Schule stillen, ganz so wie zu Hause. Dann stellen sich alle sehr diszipliniert zur Essensausgabe an – die Kleinen vorn, die Großen hinten, ganz ohne Gedränge. Heute gibt es Kartoffelbrei oder Salzkartoffeln mit Wiener, frischem Gemüse und als Nachtisch Wassermelone. „ Das war ein Wunsch eines Kindes. Ich versuche so oft es geht auf die Anregungen und Vorlieben der Kinder einzugehen“. erklärt Weigl . Nach einem kurzen Gebet wird es ruhiger, Besteck und Tellerklappern sind zu hören, es schmeckt. Schön mit anzusehen ist es wie die Großen ganz selbstverständlich den Kleinen beim Würstchen schneiden helfen und Getränke einschenken. Hier wird das Bild des oft überstrapazierten Begriffes „Schulfamilie“ wirklich lebendig. Einmal im Monat gibt es zudem eine Geburtsfeier, mit selbstgebackenen Kuchen, Süßigkeiten und einem Geburtstagslied für die Geburtstagskinder, erzählt Frau Weigl noch. Dann steht sie wieder am Herd und verteilt Nachschlag an ihre Schützlinge - auch ein Zeichen das es einfach schmeckt .