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Sonntag, 20. Mai 2012, 06:07 Uhr
 
Vom Kindergartenkind zum Schulkind
Geschrieben von: Rudolf Hofmann   
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Lehrer der Wolfgang-Spießl-Schule informierten im Rahmen eines Elternabends

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Die Referenten des Elternabends von links nach rechts: Frau Haimerl (1a), Herr Pfifferling (2a), Frau Schinabeck (1b)

Am 18.April werden in der Wolfgang-Spießl-Schule Stamsried/Pösing die die zukünftigen Erstklässler zur Schuleinschreibung erwartet. Nicht nur die ABC-Schützen betreten dann mit erwartungsvollen Augen Neuland, auch für die Eltern beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Um ihnen Antworten auf ihre drängendsten Fragen zum Übergang vom Kindergarten in die Schule zu geben, waren diese zu einem Informationsabend geladen. Im Rahmen dessen gaben Erst- und Zweitklasslehrer wertvolle Tipps, wie sie die Schulfähigkeit der Kinder gefördert werden kann, ohne sie dabei zu überfordern. Dazu informierten die Pädagogen über ihre Erwartungen die sie an die Schulanfänger haben und gaben einen Einblick in den Ablauf der Schuleinschreibung. Rektor Rudolf Hofmann ging auf das Thema Schultasche ein, den dreiviertel aller Grundschüler haben an ihren Schulsachen schwerer zu schleppen, als es für ihr Alter und ihr Gewicht ratsam wäre. Zunächst sprach Cornelia Heimerl, die Klassenlehrerin der derzeitigen 1a, darüber, was die Lehrer vom künftigen Erstklässler, vor allem im Bezug auf Sozialkompetenzen, erwarten. Bei der Gesprächsführung wird darauf geachtet das in ganzen Sätzen gesprochen wird, die Kinder ihren Gesprächspartner beim reden anschauen, zuhören können und andere ausreden lassen.
„ Ich weiß das Letzteres schwierig ist, den Kinder wollen erzählen, und es ist schön zu erleben, wie es manchmal richtig aus ihnen raussprudelt.", wusste Cornelia Haimerl. Fördern können Eltern ihre Kinder am besten mit der eigenen Vorbildwirkung, insbesondere auch in Bezug auf Höflichkeit. Allerdings, da sind sich alle Pädagogen einig, sollte Höflichkeit keine Sammlung von Floskeln und inhaltsleeren Handlungen sein. Denn im Kern geht es vor allem darum:
Das menschliche Zusammenleben angenehmer zu machen, indem wir anständig miteinander umgehen. Idealerweise ist Höflichkeit Ausdruck von Respekt dem anderen gegenüber. Indem wir z.B. um etwas bitten/uns für etwas bedanken, zeigen wir unter anderem, dass wir die Anstrengung unseres Gegenübers würdigen. Höflichkeit ist also ein ganzes Stück weit eine innere Haltung. Genau die sollte den Kindern vermittelt werden, dann werden diese im Lauf der Zeit auch die richtigen Worte und Geste finden. Ein ABC-Schütze sollte sich zudem an einige Regeln halten können. Respekt vor den anderen Kindern, gehört genau so dazu wie das befolgen von Anweisungen und das stillsitzen und Ruhe halten. Eltern sollten um die Einhaltung von Regeln zu fördern in erster Linie konsequent sein. „ Geben sie bei Dingen die ihnen wichtig sind nicht nach, lassen sie ihr Kind die letzte Konsequenz erfahren !" forderte die Lehrerin. Unordnung stört die Kinder beim Lernen. Deshalb sollten die Schüler an ihrem Platz Ordnung halten können, runter gefallenes selbstverständlich aufheben und ihre Schultasche auf- und ausräumen können. Von den Mädchen und Buben welche die erste Klasse besuchen möchten, erwarten die Lehrer zudem eine gewisse altersgemäße Selbstständigkeit, so das sich diese unter anderem selbst anziehen können.
„Das beste Training um den genannten Anforderungen gerecht zu werden ist das Leben." resümierte Cornelia Haimerl. „ Lassen sie ihr Kind spielen, laufen, singen, malen und tanzen. Dabei werden alle Grundlagen geschaffen um viele der Sozialkompetenzen aufzubauen." Insbesondere forderte sie die Eltern auf Vorbild zu sein und ihr Kind zu stärken. Anna-Maria Schinabeck, Lehrerin der Klasse 1 b in Wetterfeld, sprach über die Stundeverteilung in der 1.Klasse und stellte kurz den Inhalt des Lehrplans der Fächer Deutsch, Mathematik , sowie Heimat- und Sachkunde (HSU) vor. Die Woche sieht in der 1.Klasse insgesamt 24 Unterrichtsstunden vor. Dabei fallen auf den grundlegenden Unterricht der Deutsch, Mathe, HSU, Kunsterziehungh und Musik beinhaltet 17 Stunden. Sportunterricht wird zweistündlich erteilt, genauso wie Werken- und Textiles gestalten. Dazu stehen zwei Stunden für individuelle Förderung zur Verfügung.
In Deutsch lernen die Erstklässler zunächst die Buchstaben der Schriftsprache, Lesen, Gespräche führen und den ersten Umgang mit der Literatur. Anhand einer extra für die Eltern entwickelten Lauttabelle zeigte Frau Schinabeck eindrucksvoll, wie die Kinder lernen Anlaute zuzuordnen. Der Lehrplan in Mathematik sieht den Zahlenraum von 1 bis 20 vor, das addieren, sowie die Zeit-, Geld- und Größenangaben. Der HSU-Unterricht wendet sich vornehmlich an den Erfahrungsraum der Kinder. So wird u.a. über das Leben in der Natur, die Familie, die Orientierung in Raum und Zeit und die Jahreszeiten gesprochen.
Dietmar Pfifferling, Klassenlehrer der 2a, betonte wie wichtig der Start in die Schullaufbahn ist. Bei der Schuleinschreibung wird deshalb vor allem darauf Wert gelegt , das sich das Kind wohl fühlt und sich langsam an die Schule gewöhnt. Nach dem Empfang durch eine Lehrkraft werden die Kinder in kleinen Gruppen in ein Klassenzimmer geführt, wo mit einem lustigen Kennenlernspiel der erste Kontakt hergestellt wird. Einfache Aufgabenstellungen aus verschiedenen Themenbereichen zeigen der Lehrkraft wo eventuell noch Förderbedarf besteht.
Rektor Rudolf Hofmann hatte die leichteste Schultasche (3,9 kg) und die schwerste ( 6,4 kg) der Klasse 1a mitgebracht. Schon seit vielen Jahren werden regelmäßig von Krankenkassen und kinderärztlichen Vereinigungen so genannte Wiegeaktionen in den Schulen durchgeführt, bei denen das Gewicht der Schultaschen geprüft wird. Immer mit dem gleichen Ergebnis: Das Gewicht der meisten Schulranzen ist zu hoch. „ Ein gepackter Ranzen sollte nicht mehr als 10 % des eigenen Körpergewichts des Kindes auf die Waage bringen.
Für einen Erstklässler, der 20 kg wiegt, bedeutet das nicht mehr als zwei Kilogramm.", erklärte Rektor Hofmann. Die Schülerin mit der leichtesten Schultasche der 1a war zugleich auch die mit dem geringsten Körpergewicht: nur 18,6 kg bringt das schmächtige Mädchen auf die Waage, da waren selbst die 3,9 kg noch zu viel. Von Seiten der Schulleitung überlegt man nun einige Schulbücher der unteren Klassen doppelt anzuschaffen, um den kleineren Kindern die Möglichkeit zu geben ein Exemplar zu Hause zu lassen und eines in der Schule zu deponieren. Noch größer fiel die Differenz bei der schweren Tasche aus: der Schüler bringt 27 kg auf die Waage und trägt mit seinem 6,4 kg -Ranzen mehr als das doppelte des empfohlenen Maximalgewichts mit sich herum.
Der tägliche Schulranzen-Check ist darum unumgänglich. Kinder sollten schon früh lernen, ihren Ranzen selbst zu packen. Einfach alles hineinzustopfen, was im Laufe der Woche benötigt wird, ist für so manchen kleinen Faulpelz zwar äußerst bequem. Doch genau an diesem Punkt sollten die Eltern eingreifen und ihrem Kind erklären, warum ein möglichst leichter Ranzen wichtig für die Gesundheit ist und Gewicht sparen wo es geht.

Kathrin Kirsch-Spießl