Kläranlage

Interessantes, Lustiges und Alltägliches aus dem Schulleben der Wolfgang-Spießl-Schule Stamsried

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Schuljahr 2018/19

Dem Abwasser auf der Spur – Klasse 4a besichtigt die Pösinger Kläranlage

„Jeder Deutsche produziert 129 Liter Abwasser an einem Tag“, so hatten es die Schüler der Klasse 4a der Wolfgang-Spießl-Schule Stamsried-Pösing im Rahmen des Heimat- und Sachunterrichts gelernt. Aber was passiert, nachdem das Wasser in den Abfluss geflossen oder die Toilette gespült wurde? Diese spannenden Fragen konnten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4a mit Klassenlehrerin Tanja Brunner bei einem Besuch auf der Pösinger Kläranlage dem Klärwärter Stefan Krottenthaler stellen und bekamen eine Menge Lehrreiches zu sehen und zu hören.

Die Abwasserreinigung, die auf der Pösinger Kläranlage u. a. durch Bakterien stattfindet, interessierte die Schüler ganz besonders. „Die Kinder lernen im Heimat -und Sachunterricht, dass saubere Luft und sauberes Wasser nicht selbstverständlich sind“, so Klassenlehrerin Tanja Brunner. Klärwärter Stefan Krottenthaler und der mit anwesende Bürgermeister Edmund Roider zeigten und erklärten den 18 Schülerinnen und Schülern die verschiedenen Reinigungsstufen: Nachdem das Abwasser mit zwei Schnecken in die Kläranlage gepumpt wird werden zunächst mittels mechanischer Reinigung (Rechenanlage und Sandfang) alle möglichen Störstoffe wie Hygieneprodukte und Toilettenpapier sowie Sand entfernt. In der nachfolgenden „biologischen“ Reinigungsstufe, im so genannten „Belebungsbecken“, findet die eigentliche Abwasserreinigung durch Mikroorganismen statt. Kohlenstoff- und stickstoffhaltige Substanzen, die zu einer Überdüngung führen würden und somit dem Gewässer schaden, werden hierbei sicher entfernt. Diese Vorgänge sind aufwändig: So wurde allen Schülern klar, wie viel Energie und technisches Know-how nötig sind, um Abwässer zu reinigen. In der anschließenden „Nachklärung“ sinkt der Schlamm mit den Bakterien „auf Grund“ und wird so aus dem Wasser entfernt. Das geklärte Wasser wird anschließend wieder in den Regenfluss als sauberes Wasser zurückgeleitet. Der Klärschlamm wird anschließend in vier sog. Schlammpolder gelagert und von Landwirten auf die Felder ausgebracht. Um den Schlamm auf die Felder ausbringen zu dürfen, müssen strenge Regeln (Bodenproben dürfe verschiedene Grenzwerte nicht überschreiten). Anschließend durften alle Schüler noch ein Auge in das Labor und in die Schaltzentrale der Kläranlage werfen. Schnell wurde den Schülern dabei klar, dass ein Klärwärter viel mehr können muss, als nur die technischen Anlagen zu bedienen. Frau Brunner betonte die Wichtigkeit der Arbeit, die hier in der Kläranlage geleistet wird. Bürgermeister Edmund Roider erläuterte aber auch den Schülern, dass langjährige und zuverlässige Anlagen wie die in Pösing noch optimiert werden müsse: Der Klärwärter sieht z. B. etwa noch Potenzial in der so genannten „Schlammbehandlung der Kläranlage“, die mittelfristig erneuert werden soll, um vor allem Energieeinsparungen zu erzielen. Ebenso muss der Sandfang komplett neu gebaut werden, damit er seine Funktion auch optimal erfüllen kann. „Auf Kommunen kommen durch vielfältige Bestimmungen und neue gesetzlichen Regelungen viel Änderungsbedarf zu“, so Edmund Roider. So ist auch für die Gemeinde Pösing das Verwerten des Klärschlamms eine riesige Herausforderung geworden. Die Ausbringung des Klärschlamms auf landwirtschaftliche Flächen ist aufgrund der neuen Düngemittel- und Klärschlammverordnung kaum mehr möglich. Das Zauberwort heißt derzeit „Pressen und Verbrennen“! Aber es fehlen derzeit überall noch Kapazitäten für das Pressen und Verbrennen.   Insgesamt kalkuliert der Gemeinderat mit Investitionen in Höhe von über einer Million EUR, was für Sanierung und Optimierung in den kommenden Jahren für die Kläranlage aufgewendet werden muss. Die Schüler staunten nicht schlecht, mit welchen Herausforderungen im Bereich „Abwasser“ auch eine kleine Gemeinde wie Pösing zu kämpfen hat. Bevor die Schüler mit viel Wissen ihren Besuch auf der Kläranlage beendeten, bedankten sie sich mit einem Geschenk bei Stefan Krottenthaler für die sehr ausführliche Führung durch die Anlage. Im Anschluss daran durften die Schüler noch die Baustelle auf der ehemaligen Pösinger Schule besichtigen, ehe es dann gestärkt mit einer Warmen Leberkässemmel, gesponsert vom Bürgermeister und zubereitet von Sandra Roider wieder zurück nach Stamsried zur Schule ging. Auch bei Edmund Roider bedankten sich die Schüle.